von Andreas Dittlmann. Vor inzwischen über 10 Jahren haben wir maßgeblich im Rahmen einer Machbarkeitsstudie an der Restrukturierung und Gründung der Ferienregion Nationalpark Bayrischer Wald mitgewirkt. Der Zusammenschluss von 12 Städte und Gemeinden (Bayerisch Eisenstein, Eppenschlag, Frauenau, Hohenau, Kirchdorf im Wald, Lindberg, Mauth-Finsterau, Neuschönau, Sankt Oswald-Riedlhütte, Schönberg, Spiegelau, Zwiesel) bündelt seither Ressourcen für eine gemeinsame touristische Entwicklung. In einer der Mitgliedergemeinden, Bayerisch Eisenstein, fand kürzlich ein Bürgerentscheid statt, der die künftige Entwicklung des Tourismus in der Gemeinde und ihre Mitgliedschaft in der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald zum Thema hatte. Der Bericht der Süddeutschen Zeitung beleuchtet die kontroverse Diskussion: Während einige Befürworter die Vorteile einer gemeinsamen Vermarktung in der Ferienregion hervorheben, gibt es auch kritische Stimmen, die den Nutzen für die Gemeinde infrage stellen. Letztlich hat sich der Gemeinderat gegen eine weitere Mitgliedschaft in der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald ausgesprochen. Dies wirft Fragen zur Effektivität des Verbundes und seiner Anpassungsfähigkeit an aktuelle Herausforderungen auf. Die Entscheidung des Gemeinderats ist durchaus nachvollziehbar, wenn man die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung innerhalb der Ferienregion bedenkt. Dieser Schritt zeigt, dass es berechtigten Anlass für eine konstruktive Beurteilung des Verbundes gibt. Die Ansprüche der Gemeinden und die Erwartungen der Gäste verändern sich stetig – Digitalisierung, Nachhaltigkeit und sich wandelnde Reisetrends erfordern eine aktive Auseinandersetzung mit neuen Entwicklungen. Die Aufgaben von Tourismusbüros sind heute völlig andere als vor zehn Jahren. Hier sind Künstler gefragt, die eine Region in Szene setzen um beispielsweise auch mit der Klaviatur von Social Media neue Gäste zu erreichen. Nur mit einer zeitgemäßen Strategie zur Marktbearbeitung können regionale Tourismusorganisationen weiterhin erfolgreich agieren. Warum kontinuierliche Anpassung und Restrukturierung entscheidend ist Als Destinations-Management-Organisation (DMO) ist es unerlässlich, stets auf die Veränderungen im Markt zu reagieren und sich fortlaufend weiterzuentwickeln. Trends wie künstliche Intelligenz und digitale Services beeinflussen das Reiseverhalten und die Erwartungen der Gäste. Eine größere Region mit vielfältigen Leistungsträgern in einem Kooperationsverbund kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie sich den Anforderungen der Zeit anpasst und kontinuierlich neue Ansätze einbringt. Die Restrukturierung ist noch nicht abgeschlossen. Den Blick nach vorn richten Die jüngsten Entwicklungen in der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald unterstreichen die allgemeine Notwendigkeit, dass Organisationen, insbesondere im Tourismus, sich kontinuierlich weiterentwickeln müssen. Es ist positiv, dass die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald den Ort Bayerisch Eisenstein weiterhin vermarkten und mitmanagen darf. Dennoch sollte dieser Moment auch als Warnung verstanden werden, der verdeutlicht, wie wichtig eine aktive Bearbeitung der notwendigen Entwicklungsschritte für den Erfolg und die Attraktivität einer Region ist. Erfolgsfaktor 1 – Mandat und Governance mit echter Entscheidungskraft 0% Erfolgsfaktor 2 – Harte Ausgangsbasis statt Bauchgefühl 0% Erfolgsfaktor 3 – Gemeinsames Zielbild mit Prioritätenlogik 0% Erfolgsfaktor 4 – Stakeholder-Architektur und Konfliktfähigkeit 0% Erfolgsfaktor 5 – Scharfes Profil und Produktlogik statt „Wir können alles“ 0% Erfolgsfaktor 6 – Wertschöpfungskette und Finanzierungsmodell neu denken 0% Erfolgsfaktor 7 – Vertrieb, Daten und digitale Infrastruktur als Kernprozess 0% Erfolgsfaktor 8 – Qualitäts- und Service-Standards entlang der Guest Journey 0% Erfolgsfaktor 9 – Kompetenzaufbau und Umsetzungskapazität 0% Erfolgsfaktor 10 – KPI-System, Review-Takt und konsequentes Nachsteuern 0% Infos zur Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald – Vom Wald das Beste Die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald wurde im Mai 2014 im Zuge der Restrukturierung als GmbH gegründet und vereint aktuell 12 Kommunen, die direkt an den Nationalpark Bayerischer Wald angrenzen. Unter dem Motto „Vom Wald das Beste“ präsentiert sich die Region als abwechslungsreiche Ganzjahresdestination mit unverfälschtem Naturerlebnis, traditionsreicher Kultur und nachhaltigem Tourismus. Ziele und Struktur der Ferienregion Ziel der Gründung war es, die touristische Wahrnehmung als Einheit zu stärken und eine Restrukturierung des regionalen Tourismusmanagements umzusetzen. Unter dem Dach der GmbH werden die lokalen Tourismusorganisationen mit professionellem Management gebündelt. Der Fokus liegt auf Effizienz, Sichtbarkeit und der klaren Positionierung als authentische und naturnahe Urlaubsdestination im Herzen Europas. Lage & Kennzahlen München: ca. 200 km Regensburg: ca. 120 km Nürnberg: ca. 200 km Passau: ca. 40 km Linz: ca. 100 km Prag: ca. 200 km Gästeanzahl (Stand 31.12.2024): 258.688 Übernachtungen (Stand 31.12.2024): 1.067.556 Beherbergungsangebote: ca. 10.138 Betten – von Ferienwohnungen über 4-Sterne-Hotels bis hin zu außergewöhnlichen Unterkünften wie Schlaffässern, Wiesenbetten oder Wasserhütten im Wildniscamp am Falkenstein. Outdoor-Erlebnisse im Sommer Wandern: ausgezeichnetes Wegenetz, z. B. auf Rachel, Lusen, Falkenstein oder Großer Arber Radfahren: hunderte Kilometer für Genussradler, Rennradfahrer und Mountainbiker Grenzüberschreitende Erlebnisse: benachbarter Nationalpark Šumava (Tschechien) Golf: zwei 18-Loch-Golfplätze in der Region Winterangebote für Aktive & Genießer Langlauf & Biathlon: über 100 km präparierte Loipen – auch Nachtloipen Skifahren & Snowboarden: u. a. am Großen Arber Winterwandern & Schneeschuhtouren: beschilderte Wege & geführte Touren Rodeln & Pferdeschlittenfahrten: z. B. mit Alpakas oder Eseln Kultur & Kulinarik mit Tiefgang Museumsstraße Bayerisch Eisenstein: Kunstgalerie, Grenzbahnhof, Naturparkwelten, Localbahnmuseum Freilichtmuseum Finsterau: historische Bauernhöfe & Handwerk Waldgeschichtliches Museum St. Oswald und Waldmuseum Zwiesel Nationalparkzentren: Hans-Eisenmann-Haus, Haus zur Wildnis, Naturerlebnis Wistlberg Glasstraße Bayerischer Wald: 700 Jahre Glastradition hautnah erleben Gastgeber mit Haltung: Die Nationalpark-Partner Zahlreiche zertifizierte Nationalpark-Partner – vom Hotel bis zum Bauernhof – stehen für nachhaltige Gastfreundschaft, tiefes Naturverständnis und höchste Qualität. Sie leben den Leitgedanken: „Natur Natur sein lassen.“ Die 12 Mitgliedsgemeinden der Ferienregion nach der initialen Restrukturierung: Bayerisch Eisenstein, Eppenschlag, Frauenau, Hohenau, Kirchdorf im Wald, Lindberg, Mauth-Finsterau, Neuschönau, Sankt Oswald-Riedlhütte, Schönberg, Spiegelau, Zwiesel Weitere Informationen: ➡ www.ferienregion-nationalpark.de ➡ Nationalpark Bayerischer Wald
Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald: Ein aktueller Diskurs und unsere Sichtweise auf 10 Jahre Neustrukturierung
Meldepflicht in Deutschland: Was ändert sich beim Gästedaten erfassen und warum der Online-Check-In weiterhin wichtig bleibt
Gästedaten erfassen? Ab Januar 2025 tritt eine Änderung der Meldepflicht in Kraft, die für viele Hotels und Gastbetriebe in Deutschland erhebliche Auswirkungen haben wird. Doch was bedeutet diese Änderung konkret, und wie sollten Hotels darauf reagieren? Was ändert sich bei der Meldepflicht? Mit Beginn des Jahres 2025 entfällt die Meldepflicht zumindest teilweise in Deutschland. Konkret bedeutet dies, dass Gäste in einigen Fällen nicht mehr verpflichtet sind, ihre Daten schriftlich auf einem Meldezettel auszufüllen. Dies soll den Verwaltungsaufwand reduzieren und vor allem die Digitalisierung in der Hotelbranche weiter fördern. Warum weiterhin auf Online-Check-In setzen? Auch wenn die Meldepflicht ab Januar 2025 in einigen Bereichen wegfällt, gibt es dennoch gute Gründe, auf ein Online-Check-In-System zu setzen, welches an die Hotelsoftware (PMS) angeschlossen oder bereits integriert angeboten wird. Denn die gesammelten Daten sind nach wie vor entscheidend für den reibungslosen Betrieb und das Marketing eines Hotels. Hier sind einige Vorteile, die ein Online-Check-In-System bietet: Datenqualität und -verfügbarkeit: Selbst ohne gesetzliche Meldepflicht benötigen Hotels weiterhin wichtige Gästedaten, um ihre internen Prozesse effizient zu gestalten. Ein Online-Check-In ermöglicht es, korrekte und vollständige Informationen bereits vor der Ankunft zu erfassen. Das verbessert nicht nur die Gästekommunikation, sondern bietet auch wertvolle Einblicke in das Kundenverhalten. Zeit- und Kostenersparnis: Der Online-Check-In spart sowohl dem Gast als auch dem Hotel wertvolle Zeit. Gäste können bereits im Vorfeld einchecken und ihre Daten eingeben, was den Check-In-Prozess bei der Ankunft beschleunigt. Für das Hotelpersonal bedeutet dies eine erhebliche Entlastung und eine Fokussierung auf wichtige Aufgaben wie Gästebetreuung. Besserer Kundenservice: Die gesammelten Daten ermöglichen es Hotels, den Aufenthalt der Gäste individueller und persönlicher zu gestalten. Präferenzen, besondere Wünsche oder sogar frühere Buchungen können direkt berücksichtigt werden. Rechtliche Sicherheit: Auch wenn die Meldepflicht in Teilen entfällt, ist es für Hotels nach wie vor wichtig, ihre eigenen Aufzeichnungen zu führen. Ein Online-Check-In-System ermöglicht es, alle notwendigen Daten digital und datenschutzkonform zu speichern. Fazit: Umstellung auf Online-Check-In lohnt sich weiterhin Die Änderung der Meldepflicht bedeutet nicht, dass Hotels auf die Erhebung von Gästedaten verzichten sollten. Im Gegenteil: Ein modernes Online-Check-In-System bietet zahlreiche Vorteile, die über die bloße Erfüllung gesetzlicher Pflichten hinausgehen. Es ist daher für jeden Hotelbetrieb empfehlenswert, sich auf die Digitalisierung einzulassen und weiterhin auf Online-Check-In-Systeme zu setzen. Kontaktieren Sie uns. Melden wer kommt Berge Bayern – Österreich Erlebnisorte brauchen eine Story Themenhotels Inszenierung oder lebendige Praxis
Szenarien und zwei Tore beim Hotelnachfolger-Stammtisch
Zum Hotelnachfolge-Stammtisch in München …lieferte gestern das Café Ruffini leckeren italienischen Wein und Mario Gomez die Tore im Gruppenspiel gegen Holland. Im Mittelpunkt stand jedoch die Frage, wie Szenarien eigentlich gemacht werden. Hier einige Punkte, die in der Runde gestern besonders wichtig waren: Die erste Phase der Szenario-Arbeit ist entscheidend. In der wird nämlich definiert, worum es geht und was das Ziel der Auseinandersetzung mit Zukunftsvarianten ist. Nur mit diesem Kompass kommt das Szenario-Team sicher durch den Dschungel von Varianten und Details. Meinungsverschiedenheiten im Szenario-Team machen es erst möglich, vielfältige Wege in die Zukunft wahrzunehmen. Andererseits: Wenn jeder nur auf der eigenen Meinung beharrt, kommt der Prozess ins Stocken. Da hilft nur gute Moderation und eventuell der Einsatz diskussions-freier Befragungsformulare. Ein Szenario ist in der Regel in einem Abstand von 10, 20 und mehr Jahren angesiedelt. Das ist für Entscheidungen mit Langfristwirkung einfach nötig. Auch bei mittelfristigen Fragen hilft ein großer Zeitabstand, sich mental von der Gegenwart zu lösen. Doch keine Sorge: Wenn die Szenarien fertig sind, stehen Gegenwart und unmittelbare Zukunft im Mittelpunkt. Denn dann erarbeitet das Team, welche Zwischenschritte in mögliche Zukünfte führen. Ein besonderes Dankeschön geht an die Stammtisch-BesucherInnen, die trotz Fußball-Europameisterschaft nach Neuhausen gekommen sind und ihre Erfahrungen geteilt haben! Mehr zum Thema: Eine Einführung in den Szenario-Prozess gab es auch beim tourism go green Camp 2011. Hier die Folien dazu. Occupy Tourism ist einer der aktuellen Trends, den wir besprochen haben. Hier eine Beschreibung.
Von Generation zu Generation im Hotel: „Zusammen schaffen wir Vielfalt und Geborgenheit für unsere Gäste“
Dieter und Gregor Kunzmann haben den Generationenübergang perfekt gemeistert. Der Junior leitet das gemeinsame Hotel, der Senior kann etwas mehr Freizeit genießen. Kurhotel war früher. Heute erstrahlt das Kunzmann´s nicht nur architektonisch in neuen Farben. Auch die beiden Hotelchefs, Vater und Sohn, machen das Haus interessant. Ein Gespräch über Vertrauen, Loslassen-Können und das Sowohl-als-Auch. Tritt der Sohn in die Fußstapfen des Vaters, geht das häufig schief. Mal ist es der falsche Zeitpunkt, mal sind die Fußstapfen zu groß. Wie ist es zusammen in einer Vater-Sohn-Konstellation ein Hotel zu führen? Prallen da nicht manchmal unterschiedliche Meinungen und Ansichten aufeinander? GREGOR KUNZMANN: Oh ja, aber ich denke, dass wir uns ganz gut zusammengerauft haben und erkannt haben, wo die Stärken des anderen liegen und diese auch nutzen. Ich bin sehr dankbar, meinen Vater als Unterstützung zu haben und auch wenn es nicht immer einfach ist, versuche ich auch aus seinen Erfahrungen zu lernen. DIETER KUNZMANN: Zu allererst bin ich sehr stolz, dass mein Sohn in meine Fußstapfen getreten ist und unseren langjährigen Familienbetrieb und die Tradition weiterführt. Trotz mancher unterschiedlichen Meinungen und Ansichten gibt es immer einen gemeinsamen Weg. Auch ich hatte damals vergleichbare Meinungsverschiedenheiten mit meinem Vater, an die ich mich in der letzten Zeit sehr oft erinnerte. (grinst) Was bereitet Ihnen an ihrer Arbeit in einem Hotel am meisten Freude? GREGOR KUNZMANN: Zu erleben wie das neue Kunzmann’s jeden Tag mehr zu meinem „Baby“ wird und zu sehen, welche Euphorie und positives Feedback von Seiten unserer Gäste und den Mitarbeitern zurückkommt. DIETER KUNZMANN: Die Vielzahl an neuen begeisterten Gästen und zu sehen wie auch unsere langjährigen Stammgäste die Veränderungen so positiv aufnehmen. Das erfordert Fingerspitzengefühl aber macht tatsächlich Freude. Worin bestanden die Hauptänderungen bei der Renovierung? GREGOR KUNZMANN: Hauptaugenmerk wurde auf die Komplettsanierung unserer damaligen Badeabteilung, hin zur 1.000 qm großen Wellness-Oase gelegt. Zudem die Renovierung eines Großteils der Gästezimmer und die Errichtung der neuen Suiten. Haben Sie bereits einen Lieblingsort oder Rückzugspunkt im Hotel gefunden? GREGOR KUNZMANN: Das Highlight bei jeder Hausführung ist natürlich unser neuer SPA-Bereich. Wenn ich allerdings mal wieder in mich gehe, dann findet man mich oft auf dem Dach des Hauses. Von dort aus kann man bei toller Aussicht mal wieder so richtig tief durchatmen und neue Energie schöpfen. Sie wollten nie Feuerwehrmann werden? Oder Arzt? Oder Rennfahrer? GREGOR KUNZMANN: Nein! Diese Frage hat sich mir tatsächlich nie gestellt. Irgendwie war immer klar, dass ich mal ins elterliche Geschäft einsteige. So wie es meinem Vater damals klar war. Erzähl mal, wie es bei dir war. DIETER KUNZMANN: Da gibt es viel zu erzählen. Nach Besuch der Handelsschule war ich zur Ausbildung an der Uni-Klinik in Würzburg und erlernte dort den Beruf des staatl. geprüften Masseurs und med. Bademeisters. Schon dort entwarf ich Pläne für ein neues größeres Kunzmann’s mit Hallenbad, großer med. Badeabteilung und neuen Zimmern. In den Jahren 1971/77/84/88 wurde immer wieder gebaut, umgebaut, renoviert und 2011 das aktuelle Kunzmann’s vollendet. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass mein Sohn Freude daran gefunden hat, Gastgeber zu sein. Wir haben ihn trotzdem erst einmal in größere Betriebe gehen lassen, damit er schauen kann, ob diese Art des Arbeitens auch wirklich etwas für ihn ist. Die Art abhängig beschäftigt zu sein, war aber nicht Ihr Ziel? GREGOR KUNZMANN: Nun ja, das hatte natürlich schon Vorzüge. Nach meiner Ausbildung zum Hotelkaufmann in Bad Kissingen war ich erst mal in einem kleinen Familienhotel in Spanien (Roses – Costa Brava). Nach einer Sommersaison an der Bar und im Restaurant, ging es von der Sonne in den Schnee, nach Oberstaufen und anschließend Bad Gastein. Hier arbeitete ich im Front-Office-Bereich, bevor ich anschließend ein Sales-Trainee im Maritim Hotel Frankfurt absolvierte. Nach diesem Trainee blieb ich dem Maritim noch für ein weiteres Jahr treu. Meinen Ausbilder und die Hotelmeisterprüfung machte ich im Anschluss in Bad Reichenhall auf der Steigenberger Hotelfachschule. Die letzten 3 ½ Jahre war ich in München. Hier durchlebte ich die bislang schönste Zeit in meiner beruflichen Laufbahn. Die Eröffnung des Rocco Forte The Charles Hotels. Nach zwei tollen Jahren als Sales Manager im The Charles und vielen spannenden Begegnungen nahm ich die Herausforderung einer weiteren Hoteleröffnung an. Das Design Hotel „Louis“ direkt am Viktualienmarkt. Hier war ich als Director of Sales für die beiden Hotels „Louis“ und „Cortiina“, sowie die weiteren Restaurationen der Kull & Weinzierl Gruppe verantwortlich. Aber ich wusste schon während dieser Zeit: Auf Dauer ist das Angestelltenverhältnis einfach nichts für mich. Im Februar 2011 kehrte ich zurück in meine Heimat. Ich wollte mit eigenem Geld arbeiten, die Verantwortung dafür übernehmen. Das reizte mich. Ich wollte selbständig sein. Und unabhängig. Kann man das nicht auch in solchen Unternehmen? GREGOR KUNZMANN: Bestimmt bis zu einem gewissen Grad. Wenn man die Hierarchien akzeptiert. Ich habe erlebt, wie schwierig es ist, kreativ zu arbeiten. Aber auch: Wie stur an Zielvorgaben festgehalten wird. Das war nichts für mich. Ich hatte eine Alternative in der Hinterhand. In Bad Bocklet ist alles besser? GREGOR KUNZMANN: Besser ist die Welt auch hier nicht automatisch. Aber ich habe mehr Gestaltungsmöglichkeiten und kann auf die Wünsche meiner Gäste sofort eingehen. Der Ort ist überschaubar und mich trägt unsere Philosophie des Sowohl-Als-Auch. 85 Jahre Kunzmann? Gibt es Dinge, die immer gleich geblieben sind? GREGOR KUNZMANN: Ich glaube schon, dass wir eine herzliche und familiäre Atmosphäre in unserem Haus schaffen. Unsere Mitarbeiter strahlen das täglich aus – und wir hoffentlich auch. (lacht) Was macht in Ihren Augen das Kunzmann’s zu etwas besonderem? DIETER KUNZMANN: Unsere traumhafte Lage am Fuße der Rhön mit einem wunderbaren Blick auf die weitläufigen Saaleauen. Das prägt sicherlich auch unsere Atmosphäre, von der Gregor schon erzählt hat. Daneben ist es unsere Philosophie des Sowohl-Als-Auch. Menschen sind unterschiedlich. Wenn Sie mich fragen, ist der Mensch gut oder schlecht, dann würde ich auch erst einmal sagen, der Mensch ist gut. Allerdings wird es einfach schwer gemacht, daran zu glauben. Nehmen Sie die Politik. Es wird gelogen, was das Zeug hält. Andererseits wird erwartet,
Occupy Tourism – Trend & Wirkung
Occupy Tourism – ein Trend, der die klassische Wertschöpfungskette der Touristik durcheinanderbringt Einen der Trends, die wir imTrendworkshop vorstellen, haben wir Occupy Tourism genannt. Denn wie bei Occupy Wall Street werden gewohnte Muster der Wertschöpfung in Frage gestellt, soziale Netzwerke spielen eine Vermittlerrolle und Vertrauen ist ein zentrales Thema. Worum geht es bei Occupy Tourism? Couchsurfing wird zu einer echten Alternative für Hotels und Ferienwohnungen, insbesondere bei Kurztrips und Städtereisen. Dabei werden Schlafplätze von Privatpersonen gemietet. Das kann die Couch im Keller oder eine komplett eingerichtete Wohnung sein. Bevor es dazu kommt, beschnuppern sich Gast und Gastgeber in einem sozialen Netzwerk. Airbnb, der weltweit führende kommerzielle Anbieter einer solchen Community, hat gerade ein Büro in Hamburg eröffnet. Laut Airbnb stieg die Anzahl der gebuchten Übernachtungen in Deutschland im vergangenen Jahr um mehr als 700 Prozent im Vergleich zu 2010. Mehr als 10.000 Privatunterkünfte stehen allein in Deutschland zur Auswahl und Gastgeber haben 4 Millionen EUR eingenommen. Tendenz steigend. Mit 9flats.com,wimdu.de und einer Reihe kleinerer Startups tummeln sich weitere Anbieter im Markt. Was steckt dahinter? Verschiedene Entwicklungen befeuern den Trend. Die Bereitschaft zu Teilen – wie beim Carsharing – ist eine davon. Der Vormarsch sozialer Netzwerke, in denen sich Gleichgesinnte finden, eine weitere. Natürlich spielt auch Sparen eine Rolle: Eine Privat-Übernachtung ist preiswerter als eine vergleichbare Hotelübernachtung. Dazu kommt der Wunsch nach Nähe zu Einheimischen, man möchte die Stadt nicht aus der üblichen Touristenperspektive erleben. Ein Standard-Hotelzimmer gibt als Geschichte, die ich später erzählen kann, weit weniger her. Wer macht sowas? Leute mit einem individualisierten Lebensstil, zu dem Offenheit, Neugier und das Internet gehören. Das können Studierende ebenso wie Topverdiener sein. Preislich sind von kostenlosen Schlafplätzen (über das Original Couchsurfing) bis zu extravaganten Villen für mehrere Hundert Euro pro Nacht keine Grenzen gesetzt. Für wen ist Occupy Tourism eine Herausforderung? Hotels, Ferienwohnungen und Vermittlungsplattformen dafür. Umsatzmäßig wird das momentan kaum spürbar sein. Doch gut vernetzte Trendsetter definieren, was eine Übernachtung leisten soll. Nämlich Einrichtung mit Charakter, persönliche Begegnungen, ungewöhnliche Einblicke. An diesem Anspruch werden auch Hotels gemessen. Occupy Tourism betrifft auch Restaurants und Veranstalter, die sich ebenfalls privaten Alternativen gegenübersehen. Für Reisebüros ist der Trend nichts Neues mehr, dass sie vom Internet verdrängt werden, zeigt die aktuelle FUR-Reiseanalyse. Welche Chancen bietet der Trend? Hotels nähern sich mit individuell eingerichteten Zimmern einem echten Zuhause an. Sie können Gästen die Möglichkeit geben, an einer Tafel gemeinsam zu essen oder gar selbst zu kochen. Tolle Beispiele dafür gibt es schon. Eine andere Idee wäre, mit Wohnungsvemittlern zu kooperieren: Die Wohnung kommt von Privatleuten, der herausragende Service vom Hotel. Wir werden in nächster Zeit mit Sicherheit einige Innovationen in diesem Bereich sehen. Noch mehr Fallbeispiele und Impulse zu Occupy Tourism gibt es im Trendworkshopam 23. April 2012 in München! Autorin: Ines Seidl
Bessere Erlebnisse im Tourismus
Emotionen mit allen Sinnen spüren und genießen Jede der Sinnesmodalitäten empfängt und verarbeitet in ihrem eigenen Zeichencode Signale, die Gefühle hervorrufen oder auch Erlebniswirkungen auslösen können. Dabei ist das emotionale Erleben für den Rezipienten um so intensiver, wenn Reize nicht nur eine Wahrnehmungsebene erreichen (monosensual), sondern möglichst viele Sinneskanäle gleichzeitig “gereizt” werden (multisensuale Informationsdarbietung). Im Set steigt auch die Wahrscheinlichkeit assoziativer Verknüpfungen. Die Folge: Bilder und Botschaften manifestieren sich noch tiefer. Warum Erlebnisdesign im Tourismus immer wichtiger wird Eine Region, ein Hotel, ein Freizeitpark werden zur Marke, weil sie identifizierbar und vom Mitbewerb unterscheidbar werden. Dies ist sowohl für den Konsumenten als auch für das Unternehmen wertvoll. Die Bekanntheit wird gesteigert. Ein unverwechselbares Markenprofil bzw. eine Markenpersönlichkeit und eine Positionierung wird geschaffen. Markenwelten werden erlebbar. Über den formalen, inhaltlichen und zeitlichen Bezug zum erlernten Markenbild unterstützt und festigt das Erlebnis-Design bestehende Marken- und Unternehmensimages. Ein Information-Overload, austauschbare Produkte auf gesättigten Märkten, Produkte ohne innere Bindung/Anteilnahme beim Kaufentscheid und die dominante Bildkommunikation machen das Emotions-Design, das besondere Erlebnisse vermittelt, zu einem passenden Werkzeug. Durch das Konglomerat einzelner gefühlvoller Emotionen und Erlebnisse können die Ziele Bekanntheit/Akzeptanz, Image/positiver Imagetransfer, Profilierung/Positionierung oder der Transport von Kommunikation bestens erreicht werden. Die multisensuale Informationsdarbietung “auf allen Kanälen” bewirkt eine tiefe Erinnerung und dauerhafte Verankerung der mit allen Sinnen gespürten emotionalen Botschaften. Vorhandene Attraktivitäten (besonders im Freizeit-, Themen- und Erlebnisbereich) können durch das Emotions- und Erlebnis-Design aufgewertet oder sinnvoll ergänzt werden. Auftraggeber erreichen somit ihre Ziele, während sie ihrer Zielgruppe ein einzigartiges Erlebnis/Unterhaltung bescheren. Beide profitieren davon. Mit Erlebnis-Design wird die kommunikative Botschaft emotional erlebbar gemacht bzw. Inhalte, Marken und Botschaften werden als Bilder inszeniert, die über alle Sinneskanäle wirksam werden.
Ein paar Überlegungen, warum Tourismus innovativer werden muss
Erfolgreiche Firmen sind vielseitig vernetzt, flexibel organisiert und für innere und äußere Einflüsse durchlässig. Der Trend Report 2010 des Deutschen Zukunftsinstituts definiert vier grundlegende Entwicklungen. Erfolg und Misserfolg von Unternehmen werden entscheidend davon abhängen, ob und wie Unternehmen diese in Zukunft berücksichtigen: – Erstens verknappt sich aufgrund des demografischen Wandels zusehens die „Ressource“ Talent. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich die Firmen immer stärker um die Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten kümmern. – Zweitens verändert sich auch das Wesen der Arbeit. Die Berufe und Tätigkeiten werden immer komplexer, sie erfordern in hohem Maße Kooperationsfähigkeit und weitere „Soft Skills“ wie emotionale Intelligenz und Vertrauen. – Die Gäste hingegen entwickeln sich immer mehr vom Konsumenten zum „Prosumer“. Sie werden also Teil des Angebots und greifen in die Produktentwicklung aktiv mit ein. – Last but not least verändern sich auch die Märkte. Der Aufstieg der Schwellenländer läutet eine neue Phase der Globalisierung ein, die angesichts steigender Transportkosten zu einer multipolaren Wirtschaftsordnung führen wird, in die mehr Länder als früher aktiv integriert werden. Statt wie früher einfach nur Technologien und Know-how vom Westen zu kopieren, entwickeln sie eigenständige Innovationsprozesse. Wer in dieser neuen Ordnung überleben will, muss nicht nur schneller und besser werden, sondern vor allem kreativer und innovativer als die aufstrebende Konkurrenz.
innovationCAMP 2011
Mit dem innovationCAMP tourismus – sport – kultur haben wir kreative Köpfe, Netzwerker und Entscheider zusammengetrommelt um über innovative Erlebnisse und Tourismusprodukte der Zukunft nachzudenken. Die Idee ging auf: Vom 14.-16. Januar zog das Haus zur Wildnis im Urwaldgebiet Nationalpark Bayerischer Wald wie ein Magnet eine sehr interessante Teilnehmerschaft zu sich. Danke für das super Wochenende! Ein Rückblick ist hier zu finden.
Start der großen Studie zu erfolgreicher Vermarktung von Erlebnissen
Messen oder Werbeanzeigen, Groupon oder Google Adwords: Anbieter von touristischen Dienstleistungen haben nahezu unbegrenzte Auswahl zur Vermarktung ihrer Angebote und Dienstleistungen. Doch welche der Maßnahmen bringt den meisten Nutzen und steigert den Umsatz am besten? myobis, der Dienst für Anbieter von Erlebnissen, Dienstleistungen und touristischen Zusatzleistungen, sucht Antworten und führt gemeinsam mit touristik aktuell, einer der führenden Fachzeitschriften im Tourismus, und Inter Change Concept, Partner für Innovationen im Tourismus, eine Studie durch, um Licht ins Dunkel zu bringen. Die Onlinebefragung ist ab heute, 1. Februar 2011, unterwww.myobis.com/studien frei geschaltet. Teilnehmer erhalten nach Abschluss der Befragung die Ergebnisse exklusiv vorab. Ob Rafting, Stadtführung, Kochkurs oder Wellnessanwendung: Bei Reisen und Tagesausflügen haben Urlauber in Deutschland eine große Auswahl zwischen den verschiedensten Erlebnissen und einer Vielzahl von Dienstleistungen. Doch obwohl die Zahl der Anbieter enorm ist, ist die Branche weitgehend unerforscht. Um den Branchenzusammenhalt zu fördern und gemeinsam voneinander zu lernen, ruft myobis nun die Anbieter dazu auf, anonym ihr Wissen zu teilen. Im Vordergrund stehen einzelne Fragen rund um die Themen Kundengewinnung, Vermarktungswege, Vertrieb und Werbemittel. Ziel der Studie ist, den Anbietern eine Hilfestellung zu bieten um mehr Tickets, Termine und Gutscheine zu verkaufen. Die Vermarktung von Erlebnissen bekommt immer mehr Relevanz Die Vielfältigkeit der Erlebnisanbieter im deutschsprachigen Raum ist beeindruckend, so Thomas Söhn, Managing Director der myobis GmbH. und dennoch haben alle die gleichen Herausforderungen, denen sie sich täglich stellen müssen. Wie kann ich mehr Kunden gewinnen? Welche sind die richtigen Vermarktungswege für meine Leistung? Wir wollen mit unserer Studie versuchen, die unterschiedlichen Ansätze zu durchleuchten und somit die Branche zu stärken. Teilnehmen kann ab sofort jeder Anbieter von Erlebnissen, Dienstleistungen oder touristischen Zusatzleistungen unter www.myobis.com/studien.
Dittlmann & Partner ICC
Das Team von Inter Change Concept unterstützt Organisationen und Unternehmen mit einem dreidimensionalen Beratungsansatz, nachhaltige Innovation als Markt- und Wachstumschance zu nutzen. Wirtschafts-, Marketing- und Mitarbeiterprozesse können in turbulenten Zeiten nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden. ICC bietet ihren Kunden die Chance, neue Potentiale zu aktivieren und durchleuchtet ihre Geschäftsmodelle innerhalb der Produkt-, Innovations- und Markenentwicklung. ICC denkt weiter. Für unsere Kunden über den Tellerrand hinaus zu blicken, zukünftige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, in erfolgreiche Strategien umzusetzen und diese zu kommunizieren, ist unsere Profession und Leidenschaft. ICC ist spezialisierter Generalist. Unsere Schwäche gilt allen Aufgaben, die uns zu Höchstleistungen treiben. Unsere Stärke ist die systemische Strategieberatung, die Kommunikation in Veränderungsprozessen sowie der Vertrieb in regionalen und internationalen Märkten. ICC hat Vorlieben. Sie gelten der Tourismus- und Freizeitwirtsschaft, der Hochschullandschaft und Wissenschaft, der creative industries und dem Kultursektor. In diesen Branchen verfügen wir über langjährige Erfahrungen, gewachsene Kontakte und fundiertes Know How. ICC schafft Zwischenräume und Verbindungen. Organisationen, Menschen, Projekte und Ressourcen sollen immer in der bestmöglichen Konstellation zusammengeführt werden. Was ist in unserer globalen Welt wichtiger als verlässliche Partner und auf Vertrauen basierende Kontakte?


