Trotz aller Hiobsbotschaften fahren die Deutschen stur in Urlaub,“ so drückte es Prof. Martin Lohmann aus, der am Mittwoch auf der ITB die
FUR-Reiseanalyse mit präsentierte. Während anderen Tourismusregionen wegen Unruhen und Naturkatastrophen die Urlauber wegbleiben, kann sich das deutsche Gastgewerbe auf stabilen Zustrom verlassen, vor allem von den Einheimischen selbst.
Kann sich der Deutschlandtourismus also in den nächsten Jahren zurücklehnen?
Zwei Reise-Szenarien für den Deutschlandtourismus

Preis-Szenario
1) Familie Müller fährt in ein Landhotel, nur 200 km weit. Bei den Benzinpreisen ist das vernünftiger. Die Kinder werden den See und die Kuhweiden sicher mögen.Irgendwo muss man ja hin und dieses Hotel ist wirklich preiswert! Auch nächstes Jahr wird die Familie günstig in Deutschland verreisen. Und dann, ja, dann endlich soll es wieder einen richtigen Urlaub geben, eine Woche Provence, das ist das Ziel!

Erlebnis-Szenario
2) Familie Müller fährt in ein Landhotel, nur 200 km weit, ein Geheimtipp. Herr Müller
wird dort einen Angelkurs belegen, während Frau Müller am See meditiert. In der Hotelküche Fischgerichte zubereiten, das wollen sie sogar gemeinsam machen. Währenddessen sind die Kinder mit Paddelbooten unterwegs. Abends wird am Lagerfeuer in großer Runde gegrillt. Alle können es kaum erwarten!
In welchem Szenario würden Sie lieber mitspielen? Ich behaupte, dass Hotels und Veranstalter selbst beeinflussen, in welcher Zukunft sie Gäste empfangen.Klar, es gibt Entwicklungen, die liegen außerhalb der Einflusszone eines Anbieters – so wie Kaufkraftentwicklung oder Klimaveränderung. Doch nur wer es verpasst, innovativ auf ein verändertes Umfeld und neue Bedürfnisse einzugehen, wird zu einem Standardprodukt im unteren Preissegment, wie in Szenario 1.
Trends wie Entschleunigung, Selbermachen und Öko-lokal bieten jede Menge Chancen, um Gäste ins Schwärmen zu bringen. Genau um diese Chancen geht es am
23.April 2012 beim Trendworkshop Deutschlandtourismus. Gemeinsam mit der
Akademie für Tourismusinnovationen führen wir in einem strukturierten Prozess von den Trends zu konkreten Ideen. Denn die Trends zu kennen, reicht nicht.
Weitere Informationen zum Trendworkshop von ICC finden Sie hier.